Wiesbaden - voller Geschichte
Der Ursprung
Weit zurück reichen die Wurzeln von Wiesbaden. Spuren der ersten Besiedelung stammen schon aus der Jungsteinzeit. Viel bekannter jedoch wurde Wiesbaden durch die Römer, die es „Aquae Mattiacorum" nannten, also die „Wasser der Mattiaker". Die Mattiaker waren ein germanischer Stamm, die sich mit den Römern verbündeten. Die heißen Quellen von Wiesbaden gaben den Ausschlag für diesen Ortsnamen. Plinius der Ältere beschreibt erstmalig 77 n. Chr. diese heißen Quellen, ca. 65 Jahre nach Errichtung der ersten römischen Befestigung.
Bis heute ist in Fragmenten ein Aquädukt (Wasserleitung) aus der Zeit des römischen Reiches erhalten.
Erstmals unter dem Franken Karl der Große im 9. Jahrhundert, also im Frühmittelalter, taucht der Name „Wisibada" auf.
Das Wasser
Der „Kochbrunnen", wohl der bekannteste der Brunnen und Thermen in Wiesbaden, wird erstmals unter dem Namen „Brühborn" im Jahre 1366 erwähnt. Eigentlich handelt es sich hier nicht um einen einzelnen Brunnen, sondern um die Zusammenführung von 15 Quellen. Das Wasser des Kochbrunnen kommt mit einer Temperatur von 66°C an die Oberfläche und ist stark natrium-chlorid-haltig.
Im 19. Jahrhundert war der Kochbrunnen mit seinen Wandelhallen die Zentrale der „Wiesbadener Trinkkuren".
Das Herzogtum Nassau
Ab 1744 wird das Schloß zu Biebrich am Rheinufer Hauptresidenz des neu gegründeten Herzogtums Nassau. Hinter dem Schloß erstreckt sich der Biebricher Schloßpark. Kuriosum seit einigen Jahren dort sind die völlig freilebenden Völkchen von Papageien und Sittichen, hauptsächlich Halsbandsittiche und Große Alexandersittiche. Alljährlich findet das Internationale Reitturnier zu Pfingsten im Park hinter dem Schloß statt.
1862 zieht Richard Wagner in die spätere „Villa Annika" und schreibt dort Teile seiner „Meistersinger".
Spielbank Wiesbaden
Seit 1810 befindet sich die Wiesbadener Spielbank im Kurhaus. Persönlichkeiten wie Wagner und Dostojewski waren hier Besucher. Sicherlich dadurch inspiriert schrieb Dostojewski seinen Roman „Der Spieler", der auf großartige Weise 1949 verfilmt wurde mit Gregory Peck in der Hauptrolle (Originaltitel: „The Great Sinner").
Die russisch-orthodoxe Kirche
Weithin sichtbar strahlen die 5 Goldkuppeln der 1847-1855 erbauten Grabkirche auf dem Neroberg. Herzog Adolf von Nassau ließ sie nach dem frühen Tod seiner Gemahlin, der 19-jährigen Prinzessin Jelisaweta Michailowna, Großfürstin von Russland und Herzogin von Nassau (1826-1845), erbauen. Prinzessin „Elisabeth", die Tochter von Michael Romanow, dem jüngeren Bruder der Zaren Alexander I. und Nikolaus I., starb zusammen mit ihrem Kind bei dessen Geburt. Ihr unvergleichlich schönes Abbild in Marmor auf ihrem Sarkophag im Inneren der Kirche zeugen noch heute von der Trauer des Herzogs.
Neubeginn
Nach dem 1. Weltkrieg ist Wiesbaden 1918 von der französischen Armee besetzt. 1925 bis zum Abzug der Besatzungsmächte 1930 ist hier das Hauptquartier der britischen Rheinarmee (BAOR - British Army of the Rhine).
Große Teile Wiesbadens sind von den Zerstörungen des 2. Weltkriegs verschont worden. Während der amerikanischen Besetzung und Militärregierung gründet General D.W. Eisenhower das Land Groß-Hessen mit Wiesbaden als Hauptstadt. 1949 zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland bleibt Wiesbaden Hauptstadt des Bundeslandes Hessen.